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Alkoholgehalt-Rechner

Berechne den Alkoholgehalt deines Gebräus aus Stammwürze und Restextrakt — für Bier, Met und Wein.

Warum die Stammwürze-Restextrakt-Methode der Standard ist

Die Standardformel (OG − FG) × 131,25 ist seit über 80 Jahren in der Brauerei etabliert. Sie funktioniert überall dort, wo Hefe Zucker zu Alkohol vergärt — also für Bier, Met, Wein, Cider und sogar für alkoholische Kombuchas. Die Formel vergleicht die Dichte vor und nach der Gärung. Aus der Differenz lässt sich der Anteil an gelöstem Zucker bestimmen, den die Hefe in Alkohol und CO2 umgesetzt hat. Daraus errechnet sich der Volumenanteil Alkohol präzise genug für den Heimgebrauch.

Die Genauigkeit liegt bei ±0,3 % ABV, wenn du ein kalibriertes Hydrometer bei 20 °C verwendest und die Probe sauber entnimmst. Eine Alternative ist das Refraktometer: Es ist schneller und braucht nur wenige Tropfen, benötigt nach der Gärung aber einen Korrekturfaktor, weil Alkohol die Lichtbrechung verändert. Für Anfangs- und Endmessung ist das Hydrometer einfacher und für Einsteiger die robustere Wahl.

Konkrete Geräte-Empfehlungen: Brewferm Hydrometer mit 20 °C-Kalibrierung (~12 €) für OG- und FG-Messungen, sowie das Brewferm Refraktometer ATC mit automatischer Temperaturkompensation (~35 €), wenn du nur die Stammwürze schnell vor dem Hefe-Pitch checken willst. Beide Geräte halten bei sauberer Pflege Jahre und sind die Standard-Werkzeuge im Hobbybrauer-Alltag.

Alkoholgehalt rechner — Fermentieren & Brauen tool

1. Messwerte eingeben

2. Dein Ergebnis

5.3%

Alkoholgehalt

80%

Vergärungsgrad

818

kcal / 0,5 L

Bierstil-Skala

Helles Lager2.8% – 4.2%
Weizenbier ← Dein Bier4% – 5.5%
Pale Ale ← Dein Bier4.5% – 6.2%
IPA5.5% – 7.5%
Amber / Altbier ← Dein Bier4.5% – 6.5%
Stout / Porter ← Dein Bier4% – 8%
Belgisches Tripel7% – 12%
Doppelbock / Barleywine8% – 14%

Dein Bier mit 5.3 % vol. liegt im Bereich Weizenbier.

💡 Kurzreferenz

  • • Typische Stammwürze der meisten Biere: 1,035 – 1,080
  • • Typischer Restextrakt: 1,005 – 1,020
  • • Höherer Vergärungsgrad = trockeneres Bier, niedriger = süßer
  • • Hydrometer-Messungen bei 20 °C für genaue Ergebnisse durchführen

So liest du dein Ergebnis richtig

Alkoholgehalt (ABV)

Der ABV-Wert sagt dir, wie viel Volumenprozent reiner Alkohol in deinem Gebräu stecken. Ein 4,5 %-Bier wirkt mild und lässt sich über den Abend trinken, ein 7,5 %-IPA hat schon doppelte Wirkung pro Glas. Für den deutschen Straßenverkehr gilt: bis 0,5 % Restalkohol im Blut brauchst du keinen Spezialführerschein, darüber wird es ordnungswidrig oder strafbar. Beim Hausgebrauch ist ABV vor allem ein Stil-Indikator und ein Hinweis auf die Trinkgeschwindigkeit, die du deinen Gästen zumuten kannst.

Vergärungsgrad

Der scheinbare Vergärungsgrad zeigt zwei Dinge auf einmal: wie effizient deine Hefe gearbeitet hat und wie viel Restzucker im fertigen Bier steckt. Unter 70 % bekommst du ein süßes, körperreiches Bier — typisch für dunkle Stile wie Doppelbock. Zwischen 75 % und 82 % liegt der Standard-Bereich der meisten Ales und Lager. Über 85 % bekommst du ein trockenes, schlankes Bier — charakteristisch für trocken vergorene Lager und Pilsner. Dein Hefestamm bestimmt diesen Wert mehr als alles andere.

Kalorien

Die Kalorienzahl in deinem Bier kommt aus zwei Quellen: dem unvergorenen Restzucker und dem Alkohol selbst (Alkohol liefert 7 kcal pro Gramm). Ein klassisches 5 %-Bier hat etwa 200 kcal pro 0,5 Liter, ein belgisches 8 %-Tripel liegt bei rund 350 kcal. Trockene Stile mit hohem Vergärungsgrad sind kalorientechnisch günstiger als süße, vollmundige Biere mit gleichem ABV.

Bierstil-Match

Die Stilzuordnung im Rechner ist eine Hilfsorientierung — sie sagt dir, in welchem ABV-Bereich dein Bier liegt. Eine vollständige Stil-Definition braucht zusätzlich Bittere (IBU), Farbe (EBC) und Karbonisierung. Trotzdem ist ABV der erste Filter: Ein 9 %-Bier kann kein Pilsener sein, ein 3 %-Bier kein IPA. Nutze die Skala als groben Kompass und verfeinere mit den anderen Parametern.

Häufige Fehler bei Stammwürze und Restextrakt-Messung

1. Hydrometer ohne Temperaturkorrektur ablesen. Ein Hydrometer ist auf 20 °C kalibriert. Misst du bei 30 °C, verfälscht das den Wert um etwa 0,003 Punkte. Das klingt klein, entspricht aber rund 0,4 % ABV-Differenz. Kühle die Probe vor dem Ablesen ab oder nutze einen Online-Korrekturrechner für die Temperatur.

2. Schaum-Schicht nicht abwarten. Wenn du frisch gefüllt hast, klebt CO2-Schaum am Hydrometer und täuscht einen falschen Auftrieb vor. Warte 30 Sekunden, klopfe leicht gegen den Messzylinder, lass die Bläschen aufsteigen und lies erst dann auf Höhe der Flüssigkeitsoberfläche ab.

3. Restextrakt zu früh messen. Hefe vergärt je nach Stamm und Temperatur 7 bis 21 Tage. Eine FG-Messung am Tag 4 ist meistens noch nicht endgültig. Faustregel: Erst messen, wenn du an drei aufeinanderfolgenden Tagen denselben Wert ablesen kannst. Vorher abfüllen produziert Flaschenbomben.

4. Refraktometer nach Gärung ohne Korrekturfaktor. Alkohol verändert die Lichtbrechung — ein Refraktometer-Wert nach der Gärung ist ohne Umrechnung praktisch nutzlos. Verwende einen Online-Rechner mit "post-fermentation correction" (z. B. von Brewer's Friend), bei dem du sowohl OG als auch den Refraktometer-FG eingibst.

5. Probe direkt aus dem Gärbehälter mit Hefe ziehen. Schwebende Hefe und Sediment lagern sich am Hydrometer an und verfälschen den Auftrieb. Lass die Probe entweder erst eine Stunde sedimentieren oder filtere sie durch ein feines Sieb, bevor du in den Messzylinder umfüllst.

Faustregeln für deinen ersten Sud

Erstes Bier — Pale Ale. Ziel: OG 1,045 – 1,050, FG 1,010, ABV rund 5 %, Vergärungsgrad ca. 78 %. Ein Pale Ale verzeiht Anfängerfehler bei der Temperatur und schmeckt selbst bei kleinen Patzern noch trinkbar. Empfohlene Hefe: Safale US-05 — ein robuster, fruchtiger Allrounder, der bei 18 – 22 °C zuverlässig vergärt.

Erster Met. Ziel: OG 1,090 – 1,110, FG 1,000 – 1,010, ABV 12 – 14 %. Met dauert 4 bis 6 Wochen Hauptgärung plus mehrere Monate Reife. Empfohlene Hefe: Lalvin EC-1118 — eine Champagnerhefe, die auch bei hohen Zuckerkonzentrationen sauber arbeitet und sehr trocken vergärt.

Erster Cider. Ziel: OG 1,045 – 1,055, FG 0,998 – 1,005, ABV 5 – 7 %. Apfelzucker vergärt fast komplett, die FG geht oft unter 1,000. Empfohlene Hefe: Mangrove Jack M02 Cider — betont Apfelaroma, lässt etwas Restssüße stehen.

Standard-Equipment für 20 Liter Sud: 2 Gärbehälter mit Gärspund (~30 €), ein kalibriertes Hydrometer (~12 €), ein Sanitizer wie StarSan (~15 €) für alle würzeberührenden Teile, sowie ein Messzylinder für die Probenahme. Mit diesem Setup deckst du Bier, Met und Cider gleichermaßen ab.

Häufige Fragen

Wie messe ich Stammwürze und Restextrakt?
Verwende eine Bierspindel (Hydrometer) oder ein Refraktometer. Miss die Stammwürze (OG) vor der Hefezugabe in einer abgekühlten Würzeprobe. Den Restextrakt (FG) misst du nach abgeschlossener Gärung — wenn der Wert an 2–3 aufeinanderfolgenden Tagen gleich bleibt.
Hydrometer oder Refraktometer — was ist besser?
Ein Hydrometer misst die Dichte durch Auftrieb und braucht ca. 100 ml Probe. Ein Refraktometer benötigt nur wenige Tropfen, erfordert aber nach der Gärung einen Korrekturfaktor, weil Alkohol die Lichtbrechung verändert. Für den Restextrakt ist das Hydrometer genauer.
Welcher Alkoholgehalt ist typisch für selbst gebrautes Bier?
Die meisten Hobbybrauergebnisse liegen zwischen 4 % und 7 % vol. Leichte Session-Biere starten bei ca. 3 %, Ales und Lager bei 4–6 %, IPAs bei 6–8 % und starke Stile wie Barleywine oder Imperial Stout erreichen 10–14 % vol.
Was bedeutet der scheinbare Vergärungsgrad?
Der scheinbare Vergärungsgrad zeigt an, welchen Anteil der Zucker die Hefe während der Gärung verbraucht hat. Die meisten Hefestämme vergären zwischen 65 % und 85 %. Höherer Vergärungsgrad ergibt ein trockeneres, schlankeres Bier — niedrigerer mehr Restzucker und Körper.
Warum weicht mein berechneter Alkoholgehalt vom Flaschenetikett ab?
Kommerzielle Brauereien nutzen präzisere Laborinstrumente und berechnen den Alkoholgehalt teils anders. Kleine Unterschiede bei Temperaturkalibrierung, Ablesetechnik oder der Wahl zwischen Hydrometer und Refraktometer führen zu leichten Abweichungen.
Was tun, wenn der Restextrakt nicht weiter sinkt?
Eine festsitzende Gärung („stuck fermentation“) hat meist drei Ursachen: zu kalte Gärtemperatur, erschöpfte Hefe oder zu hohe Zuckerkonzentration. Erwärme den Gärbehälter sanft auf 22 – 24 °C, schwenke vorsichtig zur Hefe-Aktivierung und gib bei Bedarf eine frische Hefepackung dazu — idealerweise einen robusten Stamm wie Lalvin EC-1118. Prüfe vorher mit dem Hydrometer, ob die FG überhaupt noch sinken kann oder ob du bereits am Vergärungsgrad-Limit deiner Hefe angekommen bist.
Stimmt die Kalorienberechnung auch für Met und Wein?
Ja, näherungsweise. Die zugrundeliegende Formel rechnet generisch mit vergorenen und unvergorenen Zuckern, das gilt für Honig im Met und Traubenzucker im Wein gleichermaßen. Bei sehr trockenen Weinen (FG unter 0,995) wird die Schätzung leicht ungenau, weil der Restzucker-Anteil rechnerisch negativ werden kann. Für eine grobe Orientierung im Hobbybereich reicht der Wert aber völlig aus.