Kimchi selber machen: Authentisches Rezept Schritt für Schritt
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Rund 1,5 Millionen Tonnen Kimchi werden jährlich allein in Südkorea konsumiert. Dieses lactofermentierte Gemüse ist kein Trend, sondern Jahrtausende alte Küchenpraxis. Die gute Nachricht: Du brauchst weder koreanische Großmutter noch Spezialkeller. Ein Glas, gute Zutaten und 30 Minuten aktive Arbeitszeit reichen.
Was macht Kimchi besonders?
Im Gegensatz zu europäischem Sauerkraut arbeitet Kimchi mit einer Würzpaste, die Umami-Tiefe, Schärfe und Süße kombiniert. Die Basis bilden Gochugaru (koreanische Chiliflocken), Fischsauce (oder Sojasauce), Knoblauch, Ingwer und oft ein Reismehl-Porridge als Futter für die Milchsäurebakterien.
Die Fermentation läuft identisch zum Sauerkraut über Milchsäuregärung. Aber das Geschmacksprofil ist grundlegend anders: salzig-scharf-umami statt mild-sauer.
Zutaten für 1 großes Glas (ca. 1 Liter)
- 1 Chinakohl (ca. 800 g–1 kg)
- 50 g grobes Meersalz zum Einsalzen
- 3 EL Gochugaru (koreanische Chiliflocken — nicht durch Cayenne ersetzen!)
- 2 EL Fischsauce (oder 2 EL helle Sojasauce für vegane Variante)
- 1 EL Reismehl + 150 ml Wasser (für den Porridge)
- 4 Knoblauchzehen, fein gerieben
- 1 Stück Ingwer (ca. 3 cm), fein gerieben
- 1 TL Zucker
- 3 Frühlingszwiebeln, in 3 cm Stücke geschnitten
- 1 Möhre, in feine Stifte geschnitten (optional)
Zubereitung in 4 Phasen
Phase 1: Chinakohl einsalzen (10 Min. aktiv + 2 Std. warten). Schneide den Chinakohl längs in Viertel, dann quer in ca. 4 cm breite Stücke. Verteile das Salz gründlich zwischen den Blättern — besonders an den dicken weißen Rippen. Lasse alles 1,5–2 Stunden stehen und wende die Stücke nach der Hälfte der Zeit. Der Kohl soll weich und biegsam werden.
Phase 2: Würzpaste herstellen (10 Min.). Koche Reismehl mit 150 ml Wasser unter Rühren auf, bis ein dicker Porridge entsteht (2 Minuten). Lass ihn abkühlen. Dann vermische ihn mit Gochugaru, Fischsauce, Knoblauch, Ingwer und Zucker zu einer leuchtend roten Paste.
Phase 3: Kohl spülen und mischen (10 Min.). Spüle den Chinakohl dreimal gründlich mit kaltem Wasser ab und lass ihn gut abtropfen. Drücke überschüssiges Wasser vorsichtig aus. Mische den Kohl mit der Würzpaste, den Frühlingszwiebeln und Möhren. Arbeite mit Handschuhen — Gochugaru färbt und brennt auf der Haut.
Phase 4: Einfüllen und fermentieren. Drücke das Kimchi fest in ein sauberes Glas. Die Flüssigkeit soll das Gemüse bedecken. Lasse 2–3 cm Platz bis zum Rand (Kimchi dehnt sich durch CO₂-Bildung aus). Deckel locker auflegen.
Fermentationsfahrplan
| Tag | Geschmack | Konsistenz |
|---|---|---|
| Tag 1 | Salzig, scharf, noch keine Säure | Knackig |
| Tag 2–3 | Erste Säure, Schärfe rundet sich | Leicht weicher |
| Tag 4–5 | Ausgewogen sauer-scharf-umami | Perfekt zum Essen |
| Ab Tag 7 | Deutlich sauer, intensiv | Weich — ideal zum Kochen |
Bei Zimmertemperatur (20–22 °C) fermentiert Kimchi in 2–5 Tagen. Probiere ab Tag 2 täglich. Sobald dir der Geschmack gefällt, ab in den Kühlschrank. Dort reift es langsam weiter und hält Monate.
Vegane Variante
Ersetze die Fischsauce durch 2 EL helle Sojasauce plus 1 TL Misopaste (weiß oder rot). Das Umami kommt dann aus fermentiertem Soja statt aus Fisch. Geschmacklich überraschend nah am Original — und genauso probiotisch.
Kimchi richtig lagern
Im Kühlschrank hält Kimchi problemlos 3–6 Monate. Es wird mit der Zeit saurer, verliert aber nicht an Nährwert. Verwende immer sauberes Besteck zum Entnehmen und drücke das restliche Gemüse wieder unter die Lake.
Wichtig: Kimchi gehört nicht in die Tiefkühltruhe. Einfrieren tötet die lebenden Milchsäurebakterien ab und verändert die Textur negativ. Kalt und dunkel im Kühlschrank — das ist alles, was es braucht.
Die Rolle des Gochugaru: Warum normales Chilipulver nicht funktioniert
Gochugaru (고추가루) sind koreanische Chiliflocken aus sonnengetrockneten roten Chilis. Sie haben ein einzigartiges Aroma-Profil: fruchtig-süßlich mit moderater Schärfe (4.000–8.000 Scoville). Reguläres Cayennepulver ist 3–5 mal schärfer und hat kein fruchtiges Aroma — das Ergebnis schmeckt scharf, aber nicht nach Kimchi. Auch Chiliflocken aus dem türkischen Supermarkt (Pul Biber) sind kein Ersatz — sie sind milder, aber geschmacklich anders.
Kaufe Gochugaru in koreanischen Supermärkten oder online (Sempio, CJ Haechandle, ca. 8–12 € pro 500 g). Es gibt zwei Sorten: grob (für Kimchi) und fein (für Saucen). Für klassisches Baechu-Kimchi nimm die grobe Variante — sie haftet besser an den Chinakohl-Blättern und gibt ihre Farbe und Schärfe langsamer ab, was die Fermentation gleichmäßiger macht.
Dein nächster Schritt
Kimchi und Sauerkraut sind die Grundpfeiler der Gemüsefermentation. Wenn du beide gemeistert hast, kannst du dich an fermentierte Möhren, Radieschen oder sogar fermentierte Salsa wagen. Unser Artikel zu 8 Rezepten jenseits von Sauerkraut zeigt dir die volle Bandbreite.
Tipp
Verwende immer unbehandeltes Gemuese und unjodiertes Salz fuer die besten Ergebnisse. Die Temperatur sollte zwischen 18-22 Grad liegen.
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