Kimchi-Sauce als Würzmittel: Kochen mit fermentierter Paste
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Kimchi-Paste vs. Kimchi-Sauce: Der Unterschied
Kimchi-Paste entsteht, wenn du fertiges Kimchi im Mixer pürierst, mit allen Feststoffen. Kimchi-Sauce gewinnst du durch Abseihen: Die Flüssigkeit aus reifem Kimchi wird durch ein feines Sieb gegossen, die Feststoffe bleiben zurück. Die Sauce ist dünnflüssiger, intensiv umami und sofort einsetzbar wie Sojasauce oder Fischsauce.
Beide Varianten funktionieren als Würzmittel. Die Paste eignet sich zum Marinieren und als Basis für Eintöpfe. Die Sauce ist besser für Dressings, schnelle Pfannengerichte und überall dort, wo du Geschmack ohne Textur willst.
Fünf Gerichte, die von Kimchi-Sauce profitieren
Rührei wird mit einem Esslöffel Kimchi-Sauce in der Pfanne umami-salzig, ohne dass Kimchi-Stücke stören. Salatdressings aus Kimchi-Sauce, Sesamöl und Reisessig ersetzen gekaufte Dressings mit mehr Tiefe. Nudelwasser plus Kimchi-Sauce plus Butter ergibt eine schnelle Pasta-Sauce nach dem Prinzip von Cacio e Pepe, fermentierter Geschmack statt Käse.
Marinaden für Hühnchen oder Tofu: Kimchi-Sauce mit etwas Honig und Knoblauch, eine Stunde einlegen, dann grillen oder braten. Die Milchsäure macht das Fleisch zart und bringt komplexe Röstaromen auf die Oberfläche.
Bloody Mary oder Michelada: Ersetze Tabasco durch Kimchi-Sauce. Der Geschmack ist runder, weniger spitz, mit fermentierter Tiefe statt reiner Schärfe.
Kimchi-Paste als Kochgrundlage
Für Kimchi-Jjigae (koreanischer Kimchi-Eintopf) ist die Paste die bessere Wahl. Zwei bis drei Esslöffel in heißem Sesamöl anrösten, bis die Paste leicht karamellisiert. Dann Brühe, Tofu und Schweinefleisch oder Pilze dazu. Die angeröstete Paste entwickelt Maillard-Aromen, die rohe Sauce nicht liefert.
Kimchi-Fried-Rice gelingt am besten mit Paste: In der heißen Pfanne entwickelt sie knusprige, karamellisierte Stellen am Reis. Sauce macht den Reis eher feucht als knusprig.
Die richtige Basis: Welches Kimchi eignet sich
Verwende überreifes Kimchi, mindestens vier Wochen alt, besser acht. Je saurer das Kimchi, desto intensiver die Sauce. Frisches Kimchi (unter zwei Wochen) hat noch zu wenig Milchsäure und zu viel Restsüße für eine gute Würzsauce.
Chinakohl-Kimchi (Baechu) liefert die meiste Flüssigkeit. Rettich-Kimchi (Kkakdugi) hat intensiveren Geschmack, aber weniger Saft. Für maximale Ausbeute: Das Kimchi leicht ausdrücken, den Saft auffangen, die Feststoffe separat verwenden.
Kimchi-Sauce selber machen: Schnelle Methode in 10 Minuten
Statt fertiges Kimchi zu pürieren, kannst du die Sauce direkt anrühren: 3 EL Gochugaru (koreanische Chiliflocken, z.B. von Sempio), 2 EL Fischsauce (Red Boat 40°N), 1 EL Reisessig, 1 TL Zucker, 2 geriebene Knoblauchzehen und 1 cm frischen Ingwer. In einem Schraubglas verrühren und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Das Ergebnis ist keine fermentierte Sauce, schmeckt aber zu 80 % wie die fermentierte Variante und hält 2 Wochen.
Für die fermentierte Version mischst du die gleichen Zutaten mit 2 EL Reispaste (gekochter klebriger Reis) und lässt das Glas 3–5 Tage bei Raumtemperatur stehen. Die Reispaste liefert Zucker für die Milchsäurebakterien. Der pH sinkt auf unter 4,0, die Sauce wird säuerlich-scharf und hält im Kühlschrank 3–6 Monate.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte von Kimchi-Sauce
Fermentierte Kimchi-Sauce enthält Lactobacillus-Stämme, Vitamin C (15–20 mg pro 100 g) und Capsaicin aus den Chiliflocken. Der Natriumgehalt liegt bei ca. 1.200–1.800 mg pro 100 g, daher sparsam dosieren. Ein Esslöffel (15 g) reicht für eine Portion.
Capsaicin kurbelt nachweislich den Stoffwechsel an: Eine Meta-Analyse (Ludy et al., 2012) zeigt eine Steigerung des Grundumsatzes um ca. 50 kcal pro Tag bei regelmäßigem Konsum scharfer Gewürze. Die probiotischen Kulturen in fermentierter Kimchi-Sauce unterstützen die Darmflora, vorausgesetzt, die Sauce wird nicht erhitzt. Beim Kochen über 60 °C sterben die Bakterien ab. Gib die Sauce erst zum Schluss auf das fertige Gericht.
Kombinationen: Kimchi-Sauce in der westlichen Küche
Kimchi-Sauce funktioniert überall dort, wo du Schärfe, Umami und Säure brauchst. Auf Avocado-Toast ersetze Sriracha durch Kimchi-Sauce, die fermentierte Tiefe passt besser zum Fett der Avocado. In Salatdressings mische 1 EL Kimchi-Sauce mit 2 EL Olivenöl und 1 EL Zitronensaft. Als Burger-Sauce rühre 2 EL Kimchi-Sauce in 3 EL Mayonnaise (Kewpie oder Hellmann's).
Für Pasta: 2 EL Kimchi-Sauce in 150 ml Sahne einrühren, mit 50 g geriebenem Parmesan und 200 g Spaghetti vermengen. Das Ergebnis schmeckt nach Arrabiata mit Umami-Tiefe. Bei Pizza: Nach dem Backen 1 TL Kimchi-Sauce auf jedes Stück träufeln, die Hitze des Pizzabodens aktiviert die Aromen, ohne die Probiotika komplett zu zerstören.
Fazit
Nutze die Flüssigkeit aus reifem Kimchi als Allzweck-Würzsauce für Dressings, Pfannengerichte und Marinaden. Für Eintöpfe und Fried Rice greife zur pürierten Paste. Überreifes Kimchi ab vier Wochen liefert die beste Geschmackstiefe, wirf die Flüssigkeit nie weg.
Tipp
Verwende immer unbehandeltes Gemuese und unjodiertes Salz fuer die besten Ergebnisse. Die Temperatur sollte zwischen 18-22 Grad liegen.
Veröffentlicht durch die Gaerkultur-Redaktion. Veröffentlicht am 29. April 2026.
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