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Joghurt selber machen: Mit und ohne Maschine zum perfekten Ergebnis

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Grundlagen
Joghurt selber machen: Mit und ohne Maschine zum perfekten Ergebnis
7-14 TageFermentation
LeichtSchwierigkeit
GanzjahrigSaison

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Milch plus Bakterien plus Wärme plus Zeit, das ist die gesamte Zutatenliste für selbstgemachten Joghurt. Die Bakterien (Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus) wandeln den Milchzucker in Milchsäure um, die das Eiweiß zum Gerinnen bringt. Das Ergebnis: cremiger, säuerlich-frischer Joghurt ohne Zusatzstoffe.

Was du brauchst

  • 1 Liter Milch (Vollmilch ergibt den cremigsten Joghurt, H-Milch funktioniert auch)
  • 2–3 EL Naturjoghurt als Starterkultur (oder Joghurt-Ferment aus dem Reformhaus)
  • Ein Thermometer (Küchenthermometer reicht)

Das ist alles. Keine Maschine nötig, keine Spezialzutaten, keine komplizierten Geräte.

Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis — practical guide overview
Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis

Methode 1: Ohne Maschine (Backofen-Methode)

Erhitze die Milch in einem Topf auf 90 °C und halte die Temperatur 5 Minuten. Dieser Schritt denaturiert die Molkenproteine, die für eine festere Konsistenz sorgen. Lasse die Milch dann auf 42–45 °C abkühlen, bei dieser Temperatur fühlen sich die Joghurtkulturen am wohlsten.

Rühre den Starterjoghurt (oder das Ferment) ein, verteile die Mischung auf saubere Gläser und stelle sie in den Backofen. Schalte den Ofen auf 50 °C, dann sofort wieder aus. Die Restwärme hält die Temperatur lange genug im idealen Bereich. Alternativ: Ofen mit eingeschaltetem Licht (die Glühbirne erzeugt circa 30–40 °C), teste vorher mit dem Thermometer, ob dein Ofen damit den Bereich 38–45 °C hält.

💡 Gut zu wissen: Je länger der Joghurt reift, desto säuerlicher und fester wird er. 6 Stunden ergeben milden, cremigen Joghurt. 10–12 Stunden ergeben kräftig-säuerlichen Joghurt. Probiere nach 6 Stunden und entscheide selbst, wann du stoppst.

Methode 2: Mit Joghurtbereiter

Ein Joghurtbereiter (20–50 €) macht nichts anderes, als die Temperatur 8 Stunden konstant bei 42–45 °C zu halten. Das ist bequemer und zuverlässiger als die Backofen-Methode, aber kein Muss. Die Vorgehensweise ist identisch: Milch erhitzen, abkühlen lassen, Starter einrühren, in die Gläser des Joghurtbereiters füllen, Timer einstellen, warten.

Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis — step-by-step visual example
Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis

Empfehlenswerte Geräte: Rommelsbacher JG 80 (circa 40 €, 8 Gläser, Timer) oder der Steba JM 3 (circa 35 €, simpel und zuverlässig). Beide halten die Temperatur gleichmäßig und haben eine automatische Abschaltung.

Die richtige Milch macht den Unterschied

Vollmilch mit 3,5 % Fett ergibt den cremigsten Joghurt. H-Milch funktioniert, ist aber bereits pasteurisiert, Frischmilch musst du vor dem Impfen auf 85 °C erhitzen (10 Minuten halten), um die vorhandenen Keime abzutöten und die Molkenproteine zu denaturieren. Genau diese Denaturierung macht den Joghurt fest: Die aufgefalteten Proteine bilden ein stabiles Gel-Netzwerk. Ohne diesen Schritt wird der Joghurt dünnflüssig und trennt sich in Quark und Molke.

Rohmilch vom Bauernhof ergibt besonders geschmackvollen Joghurt, muss aber zwingend erhitzt werden, die natürliche Bakterienflora würde sonst mit den Joghurtkulturen konkurrieren und unberechenbare Ergebnisse liefern. Pflanzenmilch (Soja, Hafer, Kokos) lässt sich ebenfalls fermentieren, braucht aber Verdickungsmittel: 1 TL Agar-Agar oder 2 EL Tapiokastärke pro Liter, sonst bleibt die Konsistenz trinkjoghurt-artig. Sojamilch funktioniert am besten, weil sie genug Protein für eine stabile Gelbildung enthält (mindestens 3 g pro 100 ml).

Joghurtkulturen: Starter im Vergleich

Als Starter funktioniert jeder ungezuckerte Joghurt mit lebenden Kulturen, achte auf den Aufdruck "enthält lebende Joghurtkulturen" oder "L. bulgaricus und S. thermophilus". 2 Esslöffel pro Liter Milch reichen aus. Nach 5–7 Durchgängen mit eigenem Joghurt als Starter lässt die Aktivität nach, die Bakterienvielfalt verengt sich und der Joghurt wird zunehmend saurer und dünner. Dann verwendest du frischen Kaufjoghurt als neuen Starter.

Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis — helpful reference illustration
Joghurt selber machen mit und ohne maschine zum perfekten ergebnis

Gefriergetrocknete Starterkulturen (z.B. von Fairment oder My.Yo) liefern konstantere Ergebnisse. Ein Beutel reicht für 1 Liter und enthält definierte Bakterienstämme in hoher Konzentration. Vorteil: Du kannst den Geschmack gezielt steuern, milde Kulturen (hauptsächlich S. thermophilus) ergeben milden Joghurt, säurebetonte Kulturen (mehr L. bulgaricus) schmecken kräftig-sauer wie griechischer Joghurt. Für griechischen Joghurt: Nach der Fermentation durch ein Käsetuch abseihen, bis die Hälfte der Molke abgetropft ist, das dauert 2–4 Stunden und ergibt eine Konsistenz wie Quark mit 10 % Fett.

Joghurt aromatisieren

Niemals vor der Fermentation aromatisieren, Zucker, Früchte und Aromen stören den Fermentationsprozess. Erst nach der Reifung und Kühlung mischst du Zutaten unter. Vanille: Mark einer halben Vanilleschote plus 1 TL Honig pro 500 ml. Beeren: 100 g pürierte Himbeeren oder Erdbeeren mit 1 EL Ahornsirup unterheben. Müsli-Style: 2 EL Granola, 1 EL Honig und frisches Obst schichten, nicht verrühren, damit die Textur erhalten bleibt. Herzhaft: 1 geriebene Gurke, 1 Knoblauchzehe, Salz und Minze ergeben einen Tzatziki-Joghurt, der frischer schmeckt als jede Fertigversion.

Häufige Fehler und Lösungen

Problem Ursache Lösung
Joghurt bleibt flüssigTemperatur zu niedrig oder zu kurz gegartLänger fermentieren oder Temperatur prüfen
Molke trennt sich abNormal, einfach unterrührenVor dem Servieren umrühren
Joghurt schmeckt fadeStarter zu alt oder zu wenig StarterFrischen Naturjoghurt als Starter verwenden
Körnige TexturMilch war beim Impfen zu heiß (>50 °C)Milch auf 42–45 °C abkühlen lassen
✨ Tipp: Für extra cremigen Joghurt: Gib vor dem Erhitzen 2–3 EL Milchpulver in die Milch. Das erhöht den Eiweißgehalt und ergibt eine deutlich festere, cremigere Konsistenz, fast wie griechischer Joghurt, ohne dass du Molke abseihen musst.

Selbstgemachter Joghurt hält im Kühlschrank 7–10 Tage. Und das Beste: Bevor du den letzten Rest aufisst, nimm 2–3 Esslöffel als Starter für die nächste Runde ab. So brauchst du nie wieder Starterkultur kaufen, eine endlose Joghurt-Kette aus einer einzigen Packung Naturjoghurt.

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Tipp

Verwende immer unbehandeltes Gemuese und unjodiertes Salz fuer die besten Ergebnisse. Die Temperatur sollte zwischen 18-22 Grad liegen.

Veröffentlicht durch die Gaerkultur-Redaktion. Veröffentlicht am 16. April 2026.

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